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Jagd und Naturschutz im Kreis Groß-Gerau

Über Naturschutz wird heute viel geredet und noch mehr geschrieben. Wenn man aber nach einer prägnanten und sachlichen Definition sucht, was Naturschutz eigentlich ist, stößt man auf unerwartete Schwierigkeiten.

Naturschutz ist keine objektive Wissenschaft - auch wenn sie häufig so dargestellt wird, sondern eine von Meinungen und Überzeugungen geprägte gesellschaftspolitische Übereinkunft über Schutzprojekte und Schutzstrategien, festgeschrieben im Naturschutzgesetz. Damit sind die Auffassungen darüber, was unter Naturschutz zu verstehen ist bzw. wie er betrieben werden soll, ständig im Fluss und stark dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen. Dies ist im Übrigen eine Entwicklung, der sich auch die Jagd nicht entziehen kann.

Jäger übernehmen heute echte Naturschutzaufgaben, aus diesem Grund ist unter anderem auch der Landesjagdverband Hessen e.V. mit seinen dazugehörigen Jagdvereinen eine anerkannte Naturschutzvereinigung, der als Träger öffentlicher Belange zu allen bedeutsamen Planungen gehört wird. Für den Bereich des Landkreises Groß-Gerau wird diese Aufgabe vom Kreisjägerverein Groß-Gerau e.V. übernommen, dem über denLandesjagdverband die entsprechenden Unterlagen zugeleitet werden.

Die Stärke der Jäger liegt im angewandten, praktischen Naturschutz. Dazu zählt, wo immer möglich, z.B. die Einrichtung von Ruhezonen oder die Schaffung von Äsungs- und Deckungsflächen für das Wild. Solche Flächen sind nicht nur für das Wild wichtig. Gerade in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft bieten Wildäcker, Hecken und Gebüsche, Kräuter und Blütenpflanzen vielen selten gewordenen Reptilien, Vögeln, Schmetterlingen, Hummeln und anderen Insekten neuen Lebensraum. Auch die Pflege von Streuobstwiesen und Feldgehölzen oder die Anlage von Laichgewässern gehört zu den typischen Naturschutzmaßnahmen der Jäger im Kreis Groß-Gerau.

Da solche Maßnahmen in einem so dicht besiedelten und großteils intensiv landwirtschaftlich bewirstschafteten Raum wie dem Landkreis Groß-Gerau nicht überall und schon gar nicht großflächig möglich sind, muss durch die Jäger vor Ort zum Teil viel Überzugungsarbeit geleistet werden, um Flächen zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Über Einzelmaßnahmen in den einzelnen Jagdrevieren hinaus wurden durch die Jagdverbände in vielenBundesländern eigene großflächige und langfristige Artenschutzprogramme z.B. für Rebhun, Hase, Auerwild, Birkwild, Haselwild, für Großtrappe, Seehund und Fischotter ins Leben gerufen.

Eine weitere Naturschutzaufgabe, die Jägern zuerkannt wird, ist die Regulierung von Wildbeständen zur Erhaltung des Gleichgewichts zwischen Wildbestand und Lebensraum. Die Einschätzung der Höhe der Wildbestände basiert vielfach auf Bestandserhebungen, die nicht nur Festlegen, ob und wie viele Stücke einer Wildart im Rahmen der Jagd als nachhaltige Nutzungsform der Wildbestände aus der Wildbahn entnommen werden. Vielmehr können und müssen diese Daten, vor allem was die Niederwildbesätze betrifft, bei den örtlichen Planungen der Kommunen Berücksichtigung finden.

Jäger vor Ort sind in ständigem Kontakt mit anderen Naturnutzern und leisten dort wertvolle Aufklärungsarbeit. Dadurch tragen sie zu einem besseren Verständnis z.B. vieler Erholungssuchender für die Belange von Naturschutz, Wild und Jagd und damit einhergehend einem angemessenen Verhalten in der freien Natur bei. Dies ist etwas, was in einem Ballungsraum und einer Zeit der permanenten aktiven Freizeitgestaltung mit immer neuen ausgefallenen Outdoor-Aktivitäten und einer immer größeren Naturentfremdung nicht immer einfach ist.
 

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Wolfgang Hedderich

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