Der Jagdhundwelpe ist da

Wann beginne ich mit der Ausbildung (Früherziehung) bzw. Abrichtung (Dressur)?

Vor 150 Jahren wurde der junge Jagdhund erst mit einem Alter von 12 Monaten abgerichtet. Heute wissen wir, auf Grund der Verhaltensforschung, dass Welpen verschiedene Prägungsphasen (kurze Zeiträume) durchlaufen. Es handelt sich bei diesen Phasen um ein angeborenes Kurzzeitlernvermögen. Gelernt wird beispielsweise wer „Artgenosse", welches die „Beutetiere" usw. sind. Wird einer dieser Zeiträume ohne Erfolg durchlaufen, sind Verhaltensstörungen die unweigerliche Folge. Das heißt im Klartext, daß der Hundebesitzer auf keinen Fall diese Phasen vertrödeln darf und seinen Hund im Zwinger versauern lässt. Mit der Abrichtung des Welpen beginnt der Hundebesitzer ab dem 7. Lebensmonat. Die Früherziehung des Hundes aber, nicht die Abrichtung, beginnt schon beim und durch den Züchter. Siehe hierzu auch Punkt 2. die „Übergangsphase" und Punkt 3. die „Prägungsphase".

Die ersten 7-8 Lebenswochen eines Welpen unterteilen sich in:

  1. die vegetative Phase. Sie betrifft die 1. und 2. Woche und wird als Saug- und Schlafphase bezeichnet.
  2. die Übergangsphase. Sie beginnt etwa in der 3. Woche und dauert ca. 2 Wochen. In dieser Zeitspanne nehmen die Welpen ihre Umwelt, die Wurfgeschwister und auch den Menschen wahr. Der Kontakt mit Menschen, auch Fremden sollte jetzt häufig stattfinden.
  3. die Prägungsphase. In dieser Phase erfolgt die Prägung auf Artgenossen, Gewöhnung an die Umwelt und an den Menschen. In dieser Zeitspanne (ab der 5. Woche) sollte sich der zukünftige Hundebesitzer öfters mit den Welpen beschäftigen. So oft es der Züchter erlaubt und möglich macht.

Die Züchterin, der Züchter geben in aller Regel die Welpen in einem Alter von 8 Wochen an den späteren Besitzer ab. Mit dem Zeitpunkt der Übergabe geht auch die Ausbildung des Welpen vom Züchter auf den Besitzer über.

In der Sozialisierungsphase (8.-12. Woche) sollte der Hundebesitzer den Welpen mit der neuen Umgebung bekannt machen. Viel Kontakt (natürlich auch Körperkontakt) des Hundes mit den menschlichen Artgenossen. Erziehung zur Stubenreinheit. Viel Bewegung im Freien. Aufenthalt, täglich mehrfach, kurz im Haus. Weisen Sie dem Hund einen, in Absprache mit der Familie, festgelegten Platz in der Wohnung, am Boden zu. Nicht auf den kalten Boden, sondern immer eine Decke oder Sauschwarte als Unterlage geben. Gewöhnung an Halsung und Riemen. Machen Sie den Hund mit dem Auto vertraut.

Ab dem 3. Monat ist bei warmen Wetter der Hund an das nasse Element zu gewöhnen. In dieser Zeit wird der Welpen auch an erlegtes Wild (Rehe, Kaninchen, Krähen, Raubwild usw.) gebracht.

Ab dem 5. Monat wird der Hund an den Schuss gewöhnt. Nicht auf dem Schießstand! Zeigen Sie dem Hund die weitere Umgebung, die Stadt, öffentliche Verkehrsmittel mit Benutzung, die Tierarztpraxis. Benutzen Sie auch die Übungs- oder Dressurangel, aber bitte, mit Maß und Ziel.

Nicht vergessen! Decken Sie sich bitte so früh wie möglich mit Niederwild (Kanin, Ente, Fasan, Krähen usw.) ein. Das Wild wird für das Apportieren dringend benötigt.