14.07.22

Rehwild im Liebestaumel – Achtung vor Wildunfällen

Während der Paarungszeit beim Rehwild, die von Mitte Juli bis etwa Mitte August andauert, ist besondere Vorsicht geboten. In der jägersprachlich genannten „Blattzeit“ durchstreifen Rehböcke die Reviere nach paarungswilligem weiblichem Rehwild und treiben dieses oft kilometerweit vor sich her. Auch so manchen Nebenbuhler gilt es für die Liebestollen zu vertreiben. Dieser hormonelle Ausnahmezustand verleitet das Wild zu teils kopflosem Verhalten. Drohende Gefahren durch den Straßenverkehr werden unterschätzt.  

Insbesondere auf Strecken mit Warnschildern „Wildwechsel“ heißt es also: Fuß vom Gas. 

Wiedererschlossene Straßen wie die L3112, speziell der Streckenabschnitt Gernsheim – Autobahnzufahrt A67, bergen ein besonders hohes Risiko. Auf der als Unfallschwerpunkt im Kreis Groß-Gerau bekannten Strecke, konnte sich das Wild während der 8-monatigen Bauphase an einen beinahe störungsfreien Wechsel gewöhnen.  

Der Kreisjägerverein Groß-Gerau warnt die Verkehrsteilnehmer daher eindringlich vor zunehmendem Wildwechsel und der damit verbundenen Gefahr eines Verkehrsunfalls. 

Nicht nur in der Morgen- und Abenddämmerung ist höchste Vorsicht geboten, es muss zu jeder Tageszeit mit Wildwechsel gerechnet werden. Ein Tier kommt selten allein, weshalb auch stets mit Nachzüglern zu rechnen ist. 

Sollte es zu einem Unfall mit einem Wildtier gekommen sein, gilt: Unfallstelle absichern, den Polizeinotruf 110 wählen und das verletzte Tier nicht anfassen.

 

Wie kann ein Wildunfall verhindert werden?

  • Geschwindigkeit entlang unübersichtlichen Wald- und Feldrändern reduzieren.
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel. In der Paarungszeit des Rehwildes sollte auch am Tage mit plötzlichen Wildwechseln gerechnet werden.
  • Tier am Straßenrand: Abblenden, Bremsen, Hupen.
  • Ein Tier kommt selten allein. Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.
  • Lässt sich ein Zusammenstoß nicht verhindern: Vollbremsung einleiten und das Lenkrad festhalten. Nicht ausweichen! Sonst endet die Fahrt schnell im Gegenverkehr oder an einem Baum. 

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und Polizei unter 110 anrufen. Sind Personen verletzt, muss der Notruf 112 gewählt werden.
  • Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
  • Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen und die Unfallstelle markieren. 

 

Der Kreisjägerverein Groß-Gerau empfiehlt darüber hinaus die Nutzung der kostenlosen App „Tierfund-Kataster“ vom Deutschen Jagdverband e.V. (DJV). Dort können Wildunfälle eingetragen werden. Die Nutzung der App hilft u.a. bei der Feststellung von Unfallschwerpunkten.