06.09.22

Praxisseminar: Notfall im Jagdrevier

Plötzlich kracht beim Aufbaumen eine Leitersprosse, ein Keiler nimmt den Hundeführer in der Dickung an, nach einer anstrengenden Nachsuche bricht ein Jäger mit Schmerzen in der Brust zusammen oder aus einem harmlos erscheinenden Wespenstich auf der Jagdhütte wird durch eine allergische Reaktion ein lebensbedrohlicher Notfall: In vielen dieser Situationen, insbesondere bei starken Blutungen, Herzstillstand oder Bewusstseinsverlust besteht akute Lebensgefahr. 

Jägerinnen und Jäger müssen dann bedacht und richtig handeln, um ihren Jagdfreunden das Leben zu retten! Im Jagdrevier bringt ein medizinischer Notfall häufig weitere Schwierigkeiten mit sich: Am Unfallort ist kein Handynetz verfügbar, der genaue Unfallort lässt sich schwer beschreiben oder ein Rettungswagen kann den Unfallort aufgrund von schlecht befahrbaren Wegen nicht erreichen.

Wer in einer solchen Situation nicht hilflos sein möchte, sollte gut vorbereitet sein, falls bei der nächsten Jagd ein Notfall eintritt.

Der erfahrene Anästhesist und Notfallmediziner Dr. med. Richard Humburg aus Wiesbaden ist selbst Jäger und hat gemeinsam aus der Idee „Erste Hilfe auf der Jagd“ mit Markus Stifter ein Erste-Hilfe-Seminar speziell für Jägerinnen und Jäger entwickelt. Vom Absturz von der Kanzel, über den Keilerangriff bis zur Schussverletzung – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, wie sie in der Notfallsituation auch ohne spezielle Ausrüstung richtig handeln und so die Überlebenschancen für die verletzte Person deutlich erhöhen können.

Richard Humburg war viele Jahre im Notarzteinsatzfahrzeug als auch im Rettungshubschrauber Christoph 23 am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz im Einsatz. Seit Jahrzehnten schult er Facharztkollegen und Zahnärzte in Erster Hilfe und ist als Anästhesist ein ausgewiesener Experte in der Notfallprävention und -behandlung.

Der KJV Groß-Gerau konnte ihn nun für ein Seminar als Fachreferenten gewinnen und lädt alle Mitglieder des Vereins, der Hegegemeinschaften, aus der Forst- und Landwirtschaft sowie sonstige interessierte Jägerinnen und Jäger 

am Donnerstag, den 15. September 2022 um 18.00 Uhr

in der Gaststätte „Lokal 1886 - Turnhalle Trebur“ ein.

Nach einem theoretischen Teil wird gegen 19.30 Uhr ein Abendessen nach Auswahlkarte für Selbstzahler gereicht, danach erfahren die Teilnehmer im Praxisteil, wie stark blutende Wunden versorgt oder mittels eines Tourniquets bestmöglich gestillt werden können. Zum Abschluss des Seminars haben alle Teilnehmer die Möglichkeit eine effektive Technik zur Herzdruckmassage an einer speziellen Reanimationspuppe zu üben. Anschließend erfolgt eine offene Diskussion. Die Kursdauer wird ca. 3 bis 4 Stunden betragen.

Bitte melden Sie bei Interesse direkt per E-Mail info@kreisjaegerverein.de an. Die Teilnehmeranzahl ist auf 20 Personen begrenzt, daher bitte frühzeitig anmelden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro für Mitglieder und 40 Euro für Nichtmitglieder und ist im Vorfeld zu entrichten.